ZAL TechCenter feierlich eröffnet – auch TUHH-Experten an Bord

Das TechCenter des Zentrums für Angewandte Luftfahrtforschung (ZAL)
öffnet seine Türen in Hamburg: Im weltweit modernsten Forschungszentrum
für die zivile Luftfahrt werden Unternehmen wie Airbus und Lufthansa
Technik, Zulieferer, Institutionen sowie Hochschulen wie die Technische
Universität Hamburg (TUHH) durch gezielte Kooperationen innovative
Produkte und Konzepte schneller zur Marktreife führen.
Im ZAL wird zu sechs Themenschwerpunkten am Fliegen der Zukunft
gearbeitet. Eine dieser sogenannten Technical Domains ist „Kabinen und
Kabinensysteme der Zukunft“, sind Kabinen doch das Aushängeschild für die
Airlines. Hier bringen auch die TUHH-Forscher des Instituts für
Flugzeugkabinen-Systeme ihre Expertise ein.
„Es geht darum, die Digitalisierung auch in der Kabine voranzutreiben ohne
dabei die Sicherheit der Systeme aus den Augen zu verlieren“, sagt Professor
Dr. Ralf God, Institutsleiter und Sprecher der Nutzergemeinschaft der
Hamburger Hochschulen am ZAL TechCenter: „Das ist eines der
Hauptthemen für die Luftfahrt der Zukunft.“ Denn: Obwohl das Reisen
bereits weitgehend digital unterstützt wird, hört dies meist an der Kabinentür
auf. „Hier war man lange sparsam mit der Konnektivität. Diese Sparsamkeit
beruht auf zwei großen Sorgen: Funktechnik in der Kabine könnte andere
Flugzeugsysteme stören. Die Flugsicherheit, auf Englisch Flight Safety, darf
aber nicht beeinflusst werden. Digital kommunizierende Systeme sind auch
potenziell angreifbar. Auch das darf nicht vorkommen. Hier gilt es, die
Luftsicherheit, die Aviation Security, aufrecht zu erhalten. Bevor wir also
Passagiergeräte mit mehr Konnektivität an Bord zulassen, müssen wir an
diesen beiden Themen Safety und Security weiter arbeiten.“
Denn auch die Fluggesellschaften und die Flugzeughersteller wissen, dass sie
sich dem Thema Digitalisierung nicht verschließen können, wenn sie nicht im
Wettbewerb um den Kunden abgehängt werden wollen. Und so gilt es, die

Verbesserung von Komfort und Services für den Fluggast sowie der
Arbeitsplatzbedingungen für die Kabinenbesatzung weiter zu entwickeln.
Gleichzeitig müssen neu aufkommende Sicherheitsrisiken, die sich durch die
zunehmende Nutzung von Passagiergeräten und die Online-Konnektivität
ergeben könnten, frühzeitig vorhergesehen und ausgeschlossen werden.

Projekte der TUHH:
Vier Projekte, an denen TUHH-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
aktuell forschen und die mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft
und Energie (BMWi) beziehungsweise des Bundesministeriums für Bildung
und Forschung (BMBF) gefördert werden:
DiProPax macht zum Beispiel das von Langstreckenflügen her bekannte
Inflight-Entertainment für die Passagiere auch auf Kurzstrecken verfügbar –
mittels einer sicheren Funkverbindung zu den mitgebrachten Smartphones
oder Tablets. Damit wird an Bord auch einfaches elektronisches Bezahlen
sowie die Übermittlung personalisierter Reise-Informationen möglich.
SIMKAB nutzt die Nahfeldkommunikation als kontaktlose Schnittstelle zur
sicheren Kommunikation, wie sie auch bei digitalen Bankgeschäften am
Automaten oder im neuen Personalausweis eingesetzt wird. Eine Smartcard
dient hier gegenüber dem Kabinenmanagementsystem als Medium zum
Identitätsnachweis und für die Zuweisung einer Rolle, so dass etwa eine
Reinigungskraft – im Vergleich zum Kabinenchef – nur die
Kabinenbeleuchtung, nicht aber die Flugzeugtüren bedienen darf.
SiLuFra untersucht die sichere Luftfrachttransportkette. Luftfracht wird im
Unterflurbereich von Passagierflugzeugen transportiert und stellt
grundsätzlich für politisch motivierte Täter ein Angriffsziel dar. Es gilt daher
Wege zur Erhöhung der Sicherheit bei der Luftfracht zu finden, welche
möglichst gleichzeitig auch die Wirtschaftlichkeit der Prozesse, also die
Effizienz, steigern.
KomKab erforscht die Möglichkeiten bei der Digitalisierung der
Vorfeldprozesse am Flughafen, die heute von einem so genannten
Ramp-Agent koordiniert werden. Durch digitalen Informationsaustausch
sollen künftig Prozesse und Informationsflüsse an der Nahtstelle vom
Flughafen zur Kabine effizienter und noch besser koordiniert ablaufen.
Pressekontakt:
TUHH – Pressestelle
Jasmine Ait-Djoudi
E-Mail: jasmine.ait-djoudi@tuhh.de
Tel.: +49 40 428 78 3458
Fax: +49 40 428 78 2366

Quelle: TUHH – Pressestelle